An dieser Stelle informieren wir über unsere aktuellen Forschungsstudien AZCRA, PreDicta und AGENDAS.
AZCRA
In der AZCRA Studie wird die Rolle von Zytokinen, Chemokinen und ihren Rezeptoren in Asthmapatienten und gesunden Probanden untersucht.
Chronisch-entzündliche Erkrankungen, die mit Allergien, einschließlich Asthma und Heuschnupfen assoziiert sind, stellen eine große und ständig wachsende Belastung für das öffentliche Gesundheitswesen in Europa dar. Die Ursache, dass eine Entzündungsreaktion chronifiziert und eine allergische oder eine autoreaktive Immunantwort auslöst, bleibt noch unbekannt.
Ziel dieser Studie ist es, die Rolle der Immunität und die Funktionen von Vermittlern der Immunantwort wie den Zytokinen, Chemokinen sowie ihren Rezeptoren bei der Entstehung des allergischen Asthmas besser zu verstehen. Wir wollen verschiedene immunologische Parameter in Asthma Patienten und Kontrollpatienten untersuchen. Bei der Untersuchung gewinnen wir Blut und Nasensekret und Speichel. Wir isolieren Zellen aus dem Blut, die für die Immunantwort wichtig sind. Diese Zellen werden in Zellkulturversuchen analysiert und auch ihre Genexpression untersucht. In den Abstrichen und im Serum werden verschiedene Entzündungsmarker gemessen. Außerdem wird der Zusammenhang verschiedener Umweltfaktoren und familiärer Prädispositionen mit diesen Markern erforscht.
Wir suchen Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahre, die unter Asthma bronchiale leiden (Asthmagruppe) oder Probanden, die kein Asthma und Allergien haben (Kontrollgruppe).
Die Studienteilnehmer sollen einen Fragebogen ausfüllen und werden u.a. mit Lungenfunktionsmessung, Blutabnahme, Wangen- und Nasenabstrich untersucht. Anschließend soll in der Asthmagruppe ein Tagebuch über Krankheitssymptome geführt werden. Sollte bei den Asthma Patienten während der Studiendauer eine Erkältung oder akute Verschlechterung des Asthmas auftreten, so wird der Patient zu diesem Zeitpunkt ebenfalls in der Klinik umfassend untersucht.
Für weitere Fragen und Informationen stehen wir Ihnen zur Verfügung:
Telefon: 09131 85-42497
oder direkt bei: Susanne Krammer
AGENDAS
Untersuchung genetischer, alters- , geschlechts- und umweltabhängiger Faktoren, die die Immunantwort modifizieren und die Entwicklung von allergischem Asthma während der Schulzeit beeinflussen.
Chronisch-entzündliche Erkrankungen, die mit Allergien, einschließlich Asthma und allergischer Rhinitis bzw. chronischer Rhinosinusitis assoziiert sind, stellen eine große und ständig wachsende Belastung für das öffentliche Gesundheitswesen in Europa dar. In einigen Ländern leidet bereits eines von drei Kindern an einer allergischen Erkrankung. Was jedoch die Ursache dafür ist, dass eine Entzündungsreaktion chronifiziert und eine allergische oder eine autoreaktive Immunantwort auslöst, ist noch unbekannt. Die „European Academy of Allergy and Clinical Immunology“ (EAACI) warnt bereits, dass die Wahrscheinlichkeit in Europa steigt, dass mindestens 50% der Bevölkerung innerhalb der nächsten zehn Jahre an einer allergischen Erkrankung leiden wird.
Trotz erheblicher Bemühungen und zahlreichen gut gestalteten Studien, hat es sich als schwierig erwiesen, das Auftreten von klinischen Symptomen mit akzeptabler Sensitivität und Spezifität vorherzusagen oder andere Risikofaktoren als Atopie und den aktuellen Schweregrad der Krankheit zu identifizieren. Dies legt nahe, dass sich der natürliche Krankheitsverlauf kontinuierlich entwickelt, abhängig vom Kontakt mit Allergenen. In dieser horizontalen Studie wollen wir verschiedene immunologische Parameter in einer Kohorte Schulkinder mit Asthma untersuchen. Zum Vergleich sollen Kinder mit passendem Alter und Geschlecht ohne Asthma oder anderen relevanten Krankheiten analysiert werden. Wir möchten außerdem die Reaktion von mononukleären Zellen des peripheren Blutes (PBMC) auf verschiedene inflammatorische Stimuli und deren Plastizität bestimmen. Aus den so gewonnenen Zellen wollen wir DNA isolieren, um diese mit Hilfe eines Methylierungsassays auf ihr epigenetisches Muster zu untersuchen. Anhand der isolierten RNA wollen wir eine Genexpressionsanalyse durchführen. Die Hypothese dieser Kohortenstudie ist, dass genetische, geschlechtliche und Umwelt-Faktoren die Immunantwort in Richtung eines chronisch-entzündlichen Musters umprogrammieren.
Diese Kohortenstudie an der Universität Erlangen umfasst die gemeinschaftliche Arbeit zwischen der Abteilung für Molekulare Pneumologie (Prof. Susetta Finotto), der Pädiatrischen Pneumologie und Allergologie der Kinder- und Jugendklinik (Dr. Volker Melichar), sowie des Humangenetischen Instituts (Dr. Cornelia Kraus). Beginnend mit der Genehmigung dieses Ethikantrags, möchten wir in dieser Studie 40 oder mehr Kinder mit Asthma und 20 oder mehr Kontrollkinder im Alter von 6-10 Jahren rekrutieren.
Studie AGENDAS
PreDicta
Die PreDicta-Studie stellt eine Zusammenarbeit verschiedener europäischer Kliniken und Forschungslabore dar, die von der EU gefördert wird. Aus Erlangen sind neben unserer Abteilung noch die Kinderklinik (Prof. Zimmermann) und das mikrobiologische Institut (Prof. Bogdan) beteiligt. Zentrale Hypothese der Studie ist, dass wiederholte akute Infekte die Immunantwort so verändern, dass chronische Entzündungen erleichtert werden. Es wird dabei die Verbindung zwischen diesen Infektionen und Asthma mit neuesten molekularbiologischen, virologischen und zellbiologischen Methoden untersucht. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Untersuchung der Interaktion von Infektionen mit Viren, die Erkältungen auslösen und der Erkrankung Asthma bronchiale.
SynAir-G
Das EU-geförderte SynAir-G steht für „Disrupting Noxious Synergies of Indoor Air Pollutants and their Impact in Childhood Health and Wellbeing, using Advanced Intelligent Multisensing and Green Interventions“. Die Molekulare Pneumologie ist dabei Teil eines interdisziplinären Teams, zu dem Forscherinnen und Forscher unter anderem aus Frankreich, Finnland, Großbritannien und Griechenland gehören.
Unterschiedliche Schadstoffe wie Viren, Bakterien, Pollen oder Feinstaub haben – auch in Kombination – Auswirkungen auf die Lungengesundheit, das Immunsystem und die mentale Gesundheit von Kindern. Das gilt vor allem für die Raumluft in der Schule, aber auch für die zu Hause. Das Ziel des Projektes ist es, durch die Analyse der Zusammensetzung von Luftverschmutzungen herauszufinden, welche Kombinationen am gesundheitsschädlichsten sind und wie diese sich auf den Körper auswirken.
Anhand der klinischen Studie SynAir-Child soll in Kooperation mit der Erlanger Kinder- und Jugendklinik (PD Dr. Schmitt-Grohé) der Einfluss von Synergien verschiedener Luftschadstoffe in Innenräumen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von Kindern erforscht werden. Hierbei werden Kinder aus verschiedenen Schulen im Grundschulalter über ein Schuljahr beobachtet und mittels Sensoren in den Klassenzimmern die Luftqualität gemessen.
Das Team der Molekularen Pneumologie wird zusätzlich im Labor mithilfe von Zellkulturversuchen, In-vitro-Lungengewebemodellen und experimentellen Modellen das Zusammenspiel dieser Luftverschmutzungen auf zellulärer und molekularer Ebene analysieren. Am Ende des Projektes soll das Wissen über das Zusammenspiel von Luftverschmutzungen verbessert und in weiteren Schritten auch eine technische Lösung für die Überwachung und Reinigung der Luft in Innenräumen gefunden werden.
Weitere Informationen: https://synairg.eu/
Prof. Dr. Dr. Susetta Finotto
Molekular-Pneumologische Abteilung in der Anästhesiologischen Klinik
Tel.: 09131 85-35883
susetta.finotto(at)uk-erlangen.de


